My Week with Sadie – „A moment long enough to notice That everything’s stepped into focus” (Tina Dico, “One”)

Eine meiner Lieblingssängerinnen, die Dänin Tina Dico, singt in ihrem Lied „One“ davon, wie manchmal ein kleiner Moment, ein Zufall, genügt um zu erkennen, dass alles, was wir vorher nicht sehen konnten, die Zusammenhänge zwischen scheinbar zufälligen Ereignissen, Situationen, an denen wir gezweifelt und uns in Frage gestellt haben, sich zu einem sinnvollen Gesamtbild zusammenfügen. Als würde ein Schleier gehoben und alles, was vorher vage und schemenhaft wirkte, scheint klar, deutlich und im Fokus. Unser Blick auf die Situation verändert sich und das Wesentliche, das wonach man gesucht hat, ohne es zu wissen, kommt zum Vorschein. Wie das letzte fehlende Puzzelstück, das aus vielen Einzelstücken eine Einheit macht.

Ungefähr so hat es sich für mich angefühlt, nachdem ich 6 Tage lang von Sadie Nardini lernen durfte. Plötzlich machte so vieles für mich einen Sinn: Seit ich vor 2 Jahren angefangen habe Yoga zu unterrichten, kann ich mir keinen schöneren Beruf vorstellen. Aber ich hatte manchmal das Gefühl, dass ich gerne noch mehr wissen und noch tiefer gehen wollte mit dem, was und wie ich Yoga vermittelte:
Ich wollte noch mehr lernen über die menschliche Anatomie. Gleichzeitig aber auch über philosophische und spirituelle Aspekte von Yoga. Ich wollte mehr darüber wissen, wie der Körper und der Geist funktionieren und zusammenspielen. Ich wollte meinen Personal Training-Kunden und meinen Kursteilnehmern ein intensives aber nicht erschöpfendes, ganzheitliches und energetisierendes Yogaerlebnis bieten, bei dem sie ihren Körper gesund ausrichten, stärken und beweglich machen, während sie aber auch an ihren „inneren Themen“ arbeiten können. Ich habe mit dem Gedanken gespielt, zusätzlich eine Ausbildung in Osteopathie oder Rolfing zu machen, weil ich das Gefühl hatte, mit Yoga nur an der Oberfläche zu kratzen, aber nicht in die Tiefe zu gehen. Kurz gesagt: es gab so viele Bereiche, die mich interessierten und in denen ich mich weiterbilden wollte aber nicht ganz sicher war, wo ich beginnen wollte. Sollte ich mir Bücher kaufen über Anatomie und Philosophie? Oder Semiare belegen? Wer sind geeignete Lehrer, die meine Fragen beantworten können?

Und dann kam Sadie. Seit ich vor Jahren zufällig durch meine Mutter und ihre heimliche Youtube-Links-per-Email-verschick-Leidenschaft auf Sadies Yogavideos aufmerksam geworden war, wollte ich sie persönlich treffen und mehr von ihr lernen. Und nun unterrichtete sie 2 Workshops in dem Yogastudio in dem ich meine Ausbildung gemacht und zwei Jahre lang unterrichtet hatte. Hätte ich diese Chance nicht ergriffen, hätte ich mich ewig geärgert….

Diese 6 Tage mit Sadie haben mir all das gegeben, was ich vorher gesucht hatte. Ihre Herangehensweise an Yoga und ihre Art Yoga zu vermitteln waren das fehlende Verbindungsstück zwischen meinen Fragen:

* Sie lies mich darüber nachdenken, was mir im Yoga wichtig und was mir nicht so wichtig ist.
* Sie brachte mir innovatives Wissen über die menschliche Anatomie bei. Über tiefe Faszienverbindungen („Deep Core Line“), deren Funktionen und wie sie mit Hilfe von Yogatechniken aktiviert werden können, um ein ganzheitlicheres, ausgewogeneres und effektiveres Yogaerlebnis zu schaffen (mehr Kraft, mehr Flexibilität, besserer Stoffwechsel, weniger Verspannungen und Schmerzen, die typisch für Yogapraktizierende sind…) und den Körper anatomisch sinnvoll und intelligent zu bewegen.
* Ich habe viel über anatomisch-emotional-spirituell-philosophische Zusammenhänge und Blockaden gelernt. Über wie wir uns durch unseren Alltag bewegen, wie wir mit uns umgehen, wo unsere Hindernisse und Ängste liegen und wie wir damit umgehen, wie jeder an sich selber arbeiten muss und kann um „seine“ Themen anzugehen.
* Sie zeigte mir, dass „intensiv“ nicht gleich „erschöpfend“ ist. Wir haben uns viel und intensiv-fließend bewegt und trotzdem fühlte es sich so an, als hätte ich nachher mehr Energie als vorher. Ich hatte das Gefühl, als ob ich durch ihre Techniken (Wellenbewegungen der Wirbelsäule, Atmung, Aktivierung der Deep Core Line, viel Dynamik wenig Statik…) Energie, die tief in meinem Körper „eingesperrt“ war, freisetzen konnte. Ich bin praktisch 6 Tage lang geschwebt!
* Ich habe gelernt, dass der Körper fließend in eine gesunde Ausrichtung gehen kann, dass man nicht immer statisch sein muss um sich gut auszurichten, wenn die passenden Rahmenbedingungen geschaffen werden. Wenn man den Übergang zwischen zwei Posen bewusst nutzt, um die Basis für die neue Pose zu legen und diese von innen heraus, von der Deep Core Line her, aufbaut und nicht nur die oberflächlichen Muskeln arbeiten lässt. Dann muss man in der Pose selbst weniger „rumdoktern“ mit Hinweisen zur Ausrichtung des äußeren Körpers und kann die innere Erfahrung in der Pose an sich genießen.
* Ich habe gelernt, dass ich mit Yoga tatsächlich in die Tiefe gehen kann, wenn ich die Richtigen Werkzeuge und Techniken habe (s.o.). Dass die Aktivierung aus der Tiefe eine Leichtigkeit und Mühelosigkeit in die Praxis bringt, die mir bis dahin unbekannt war.
* Ich konnte unmittelbare Unterschiede spüren zwischen dem, wie ich bisher unterrichtet habe und den Bewegungsideen, die Sadie uns gegeben hat. Es sind nur kleine Anpassungen und Unterschiede aber die haben in der Summe einen großen Effekt. Sei es weniger Kompression im unteren Rücken, weniger Spannung im Schulter-Nacken-Bereich oder mehr Kraft aus den tief gelegenen Muskeln.

Der „Moment“ mit Sadie hat so viele meiner Fragen beantwortet, die einzelnen Teile haben sich gefügt und ein sinnvolles Gesamtbild ergeben – „everything’s stepped into focus“. Ich freue mich darauf, diese Erfahrungen an meine Kunden und Kursteilnehmer weiterzugeben und ihnen eine neue Perspektive auf ihre Yogapraxis und so viele neue interessante Erkenntnisse über sich selbst zu ermöglichen, wie ich es durch Sadie erfahren durfte.

Danke Sadie!

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